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Meine Fachgebiete
Hier finden Sie ein Zusammenstellung meiner Fachgebiete und eine kurze Beschreibung zum jeweiligen Themenkomplex

Hüftdysplasie

Was versteht man unter einer Hüftdysplasie?

Die Hüftdysplasie ist eine Störung der Entwicklung des Hüftgelenkes. Die Entwicklung des menschlichen Hüftgelenkes erfolgt in der Gebärmutter. Im Idealfall bildet sich eine optimale Form und stabile Verbindung aus, welche ein Leben lang eine beschwerdefreie Funktion ermöglicht. Leider können sowohl genetische als auch externe Faktoren die Entwicklung ungünstig beeinflussen, sodass frühzeitig eine Degeneration des Gelenkknorpels droht.

Auch wenn durch das Neugeborenenscreening mittels Ultraschall ein Großteil der Hüftgelenksdysplasien erkannt wird und entsprechend behandelt werden kann, verbleibt bei einigen Patienten eine Hüftgelenksdysplasie.

Beim Nachweis einer Hüftgelenksdysplasie wird daher meistens eine Operation empfohlen, um einem vorzeitigen Hüftgelenksverschleiß entgegenzuwirken und die normale Entwicklung des Hüftgelenkes zu unterstützten.

Abgebildet ist sind zwei gesunde Hüftgelenke einer 10-jährigen Patientin. Der sogenannte CE-Winkel oder Centrum-Erker-Winkel nimmt mit zunehmenden Alter zu. Seine Bestimmung dient zusammen mit anderen Winkel als diagnostisches Mittel bei der Entscheidung welche Therapieverfahren bzw. Operationen notwendig werden können. Der CE-Winkel sollte bei Kindern bis 13 Jahren größer als 20° und bei Erwachsenen größer als 25° sein. Patienten mit Hüftgelenksdysplasie weisen geringere Werte auf.

Abgebildet sind die Hüftgelenke eines 13 - jährigen Jungen mit einer Hüftgelenksdysplasie beider Hüftgelenke. Durch die 3 - fach Beckenosteotomie konnte auf der linken Seite die sog. Hüftgelenksüberdachung relevant verbessert werden. Entsprechend verbesserte sich der CE-Winkel.

Symptome Hüftdysplasie

Patienten mit einer Hüftdysplasie sind häufig asymptomatisch. Bei leichten und mittelschweren Aktivitäten treten häufig jedoch Leisten- und Oberschenkelschmerzen auf. Bei Verletzungen des Labrums (Umrahmung der Gelenkpfanne) können zusätzlich Blockierungs- und „Schnapp“-Phänomene auftreten.

Hüftdysplasie Operationen

Durch die kurze Pfanne tritt am Rand dieser eine Überbelastung des Gelenkes auf. Durch den Muskelzug und die Neigung der Pfanne treten Scherkräfte auf, welche eine Verschlechterung der Situation und einen Knorpelschaden bewirken.

Das Ziel der chirurgischen Behandlung ist die Kontaktfläche im Hüftgelenk zu vergrößern, die Kapsel und Muskeln zu entspannen und die Hebelarmwirkung  zu verbessern, damit Gelenkinstabilität und Arthrose verhindert werden.

Insbesondere bei Säuglingen und jüngeren Kindern kann die Wiederherstellung der normalen Hüftgelenksgeometrie die Voraussetzungen dafür sein den Umbau zum Gesunden zu fördern, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. In sehr schweren Fällen kann das Ziel der Operation auch sein, den Zeitpunkt des künstlichen Hüftgelenkersatzes hinauszuzögern.

Während im Säuglingsalter nicht operative Verfahren zur Verfügung stehen, stellen Operationen am Knochen beim Kind nach dem 2. Lebensjahr das Standardverfahren dar. Es stehen hierbei zahlreiche Operationsverfahren zur Verfügung, welche sich nach dem Schweregrad der Dysplasie, Erscheinungsbild des Hüftgelenkes, Nebenerkrankungen und Erfahrung des Operateurs richten

Beckenosteotomien

Durch die Beckenosteotomie wird die Pfanne (Acetabulum) rekonstruiert. Sie verbessern die Überdachung des Hüftkopfes. Zur Stabilisierung der Osteotomie werden bei der Operation Drähte oder Schrauben in den Knochen eingebracht, um die neue Position zu sichern.

In schweren Fällen kann es notwendig sein, gleichzeitig eine Osteotomie am Oberschenkelknochen durchzuführen.

Die Abbildung zeigt ein 4 jähriges Kind mit einer Hüftgelenksdysplasie, welche mit einer sog. Acetabuloplastik behandelt wurde. Hierbei wird das Pfannendach nach unten gezogen und der entstandene Hohlraum mit Knochen aufgefüllt. Diese Art der Beckenosteotomie benötigt in der Regel keine Drähte oder Schrauben zur Fixierung.

Die Abbildung zeigt einen 6- jährigen Jungen mit einer schweren Verformung des Hüftkopfes aufgrund einer Durchblutungsstörung (Morbus Perthes) links. Zur Verbesserung der Überdachung des Hüftkopfes (Containment) wurde eine Beckenosteotomie nach Salter und eine Umstellungsosteotomie des Oberschenkelknochens durchgeführt.

Postoperative Ruhigstellung

Postoperativ ist häufig eine Ruhigstellung des Patienten notwendig. Früher wurde hierfür vorwiegend ein Becken-Bein-Gips eingesetzt, welcher jedoch zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität sowie Hygiene- und Hautproblemen führte. Daher werden heute moderne Lagerungssysteme verwendet, welche eine weiche Bettung bei gleicher Stabilität bieten. Darüber hinaus lassen sich Hygiene und frühfunktionelle Behandlung deutlich besser steuern.

Das Lagerungssystem wird hierbei bereits frühzeitig durch unsere kooperierenden Orthopädietechnikunternehmen individuell gefertigt, sodass unmittelbar postoperativ die Ruhigstellungsbehandlung beginnen kann.

Die Abbildungen zeigen den Prozess der Anpassung der Lagerungsschalen bis hin zur unmittelbaren postoperativen Anwendung.

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